Beispiele für gute Kommunikationsfähigkeit im Berufsalltag
- Beispiel 1 - Unklare Aufgaben: Eine Mitarbeiterin erhält einen Arbeitsauftrag, bei dem Ziel und Priorität nicht eindeutig sind. Statt mit eigenen Annahmen zu beginnen, fragt sie gezielt nach und fasst anschließend ihr Verständnis zusammen. Das zeigt Kommunikationsfähigkeit, weil sie mögliche Missverständnisse aktiv überprüft.
- Beispiel 2 - Unterschiedliche Meinungen im Meeting: Zwei Kollegen bewerten einen Lösungsvorschlag unterschiedlich. Kommunikationsfähigkeit bedeutet hier nicht, die eigene Meinung aufzugeben. Sie zeigt sich darin, die andere Position anzuhören, Rückfragen zu stellen und die eigene Argumentation verständlich und respektvoll darzustellen.
- Beispiel 3 - Feedback erhalten: Ein Mitarbeiter erhält kritisches Feedback. Statt unmittelbar in die Verteidigung zu gehen, hört er zunächst zu, fragt nach konkreten Beispielen und fasst zusammen, was er aus dem Feedback mitnimmt.
- Beispiel 4 - Abteilungsübergreifende Zusammenarbeit: Zwei Abteilungen verwenden unterschiedliche Fachbegriffe und gehen von verschiedenen Voraussetzungen aus. Kommunikationsfähige Mitarbeitende erkennen diese Unterschiede und stellen sicher, dass zentrale Begriffe und Erwartungen gemeinsam verstanden werden.
Unterschied
Kommunikationsfähigkeit und kommunikative Kompetenz
Die Begriffe Kommunikationsfähigkeit und kommunikative Kompetenz werden im Alltag häufig ähnlich verwendet. Kommunikationsfähigkeit bezeichnet allgemein die Fähigkeit, mit anderen Menschen verständlich und situationsgerecht zu kommunizieren.
Der Begriff kommunikative Kompetenz kann je nach fachlichem Kontext umfassender verstanden werden und neben konkreten Fähigkeiten auch Wissen über Sprache, soziale Regeln und den jeweiligen Kommunikationskontext einschließen. Für den beruflichen Alltag überschneiden sich beide Begriffe stark.
Was ist der Unterschied zwischen Kommunikationsfähigkeit und Gesprächsführung?
Kommunikationsfähigkeit ist die übergeordnete persönliche Kompetenz. Gesprächsführung bezeichnet stärker die bewusste Gestaltung eines konkreten Gesprächs.
Eine Person kann beispielsweise aktives Zuhören und klare Sprache als kommunikative Fähigkeiten besitzen und diese gezielt einsetzen, um ein Feedback- oder Mitarbeitergespräch zu führen.
Woran erkennt man gute Kommunikationsfähigkeiten?
Gute Kommunikationsfähigkeit zeigt sich beispielsweise darin, dass eine Person:
- verständlich und strukturiert formuliert,
- aufmerksam zuhört,
- gezielt nachfragt,
- andere Perspektiven berücksichtigt,
- Missverständnisse überprüft,
- konstruktiv Feedback gibt und annimmt,
- zwischen Beobachtung und Interpretation unterscheiden kann,
- ihre Kommunikation an Situation und Gegenüber anpasst.
Kommunikationsfähig zu sein bedeutet dabei nicht, immer einer Meinung mit anderen zu sein. Unterschiedliche Positionen können klar und respektvoll kommuniziert werden.
Warum ist die Kommunikationsfähigkeit im Beruf wichtig?
Berufliche Zusammenarbeit basiert auf dem Austausch von Informationen, Erwartungen und Perspektiven. Kommunikationsfähigkeiten helfen dabei, Aufgaben zu klären, Wissen weiterzugeben, Feedback auszutauschen und unterschiedliche Sichtweisen miteinander abzustimmen.
Ihre konkrete Bedeutung hängt von der jeweiligen Rolle ab. Mitarbeitende benötigen sie beispielsweise für Zusammenarbeit im Team, Führungskräfte zusätzlich für die Gestaltung von Führungsgesprächen.
Kann man gute Kommunikationsfähigkeiten lernen?
Kommunikationsfähigkeit lässt sich entwickeln. Dazu gehören die Reflexion des eigenen Kommunikationsverhaltens, Feedback sowie praktische Übung. Beispielsweise können aktives Zuhören, Fragetechniken und klare Sprache bewusst trainiert und anschließend in unterschiedlichen Gesprächssituationen angewendet werden.
Wer grundlegende berufliche Kommunikation systematisch üben möchte, findet dazu den Kurs Grundlagen der Kommunikation im Beruf.
Für die Anwendung kommunikativer Fähigkeiten in der Führungsrolle gibt es das Kommunikationstraining für Führungskräfte.
FAQ
FAQ zur Kommunikationsfähigkeit